Mutual aid in self-organized societies
Title (en)
Mutual aid in self-organized societies
Language
English
Description (en)
Basierend auf der Forschungsarbeit betrachtet Marko Markovic Fragen des sozialen Verhaltens von Kollektiven und Individuen, seine Funktionalität und Nicht-Funktionalität, indem er auf das Konzept der gegenseitigen Hilfe zurückgreift. Er betrachtet Beispiele von selbstorganisierten/ nicht-regierten Gesellschaften mit autonomen Methoden als Taktiken des Überlebens, der Solidarität und der Selbsterhaltung. Markovic spricht von der persönlichen Erfahrung nicht-ästhetischer künstlerischer Präsentationen, sondern von sozialen Strategien, die als Einfluss auf den öffentlichen Raum mit Performance, Aktivismus, gemeinschaftsbasierter Arbeit, Musik und direkter Aktion eingesetzt werden.
Indem er sich auf die philosophischen Richtungen der anarchistischen Denkschule bezieht, betont Markovic die Bedeutung der gegenseitigen Hilfe in sozialen Bewegungen vom 19. Seine Forschungsfragen konzentrieren sich auf pragmatische Lösungen und Reflexionen über selbstorganisierte Gesellschaften in der Zeit der "neuen Realität". Wir sehen und erleben die Machtposition in der Geschichte der Zivilisation als autoritäre Schaffung von Klassenspaltungen zwischen Nationen, Rassen, Geschlechtern, die mit systematischer Gewalt und permanenter Vollendung verbunden sind. Wir denken an die neuen Modelle des sozialen Verhaltens im Dienste einer egalitären Gesellschaft. Ausgehend von dieser Bewegung betrachtet Markovic das Konzept der gegenseitigen Hilfe als kollektives kooperatives Verhalten unter Arten in extremen Lebensbedingungen im Vergleich mit der evolutionären Theorie der natürlichen Selektion. In einer solchen Theorie argumentiert Peter Kropotkin mit Darwins Evolutionstheorie, die erklärt, dass Kooperation und Koexistenz die stärksten Glieder in der Evolution einer Art sind und nicht das Gesetz des "survival of the fittest".
Darwins Modell der Evolutionstheorie wurde auf den Grundlagen der Ökonomie geschaffen, die von reichen weißen Europäern geschrieben wurde, die in einem mächtigen Kolonialreich hoch positioniert waren. Solche weltweiten Einflüsse schufen historisch und systematisch eine Zivilisation, die auf Klasse, Rasse, Nation, Geschlecht und der Trennung von privilegierter und nichtprivilegierter Gesellschaft basiert. Auf der anderen Seite ist es interessant, wissenschaftliche Forschungen zu vergleichen, die auf Biologie und Soziologie beruhen, wie die von Peter Kropotkin, der sich mit der Ethik der Kooperation beschäftigt.
Die gegenseitige Hilfe spricht über den Instinkt und die Beziehung zwischen den Spezies - Menschen und Tiere - unter extremen natürlichen Bedingungen, die sich gegenseitig unterstützen, um zu überleben. Obwohl sie aus verschiedenen "Stämmen" und unterschiedlichen Positionen in der "Nahrungskette" kommen, helfen sie sich gegenseitig, indem sie sich gegenseitig Schutz, Nahrung und Unterkunft bieten. Sie stellen die Position der Überlegenheit und Unterlegenheit des Stärkeren gegenüber dem Schwächeren in der Nahrungskette zur Seite. Mutualismus ist überall um uns herum zu finden. Es ist das primäre Verhalten unter den Arten in der Natur. Beziehung und Bindung zwischen zwei oder mehreren Parteien mit gegenseitigem Nutzen im kooperativen System zur Erlangung von Lebenszeit durch gegenseitigen Schutz, Pflege, Ernährung und Vermehrung.
Mutualismus ist eine Beziehung unter Menschen, die die Idee des gegenseitigen Verständnisses zwischen individuellen und kollektiven Parteien innerhalb von Modellen der gemeinschaftlichen Arbeit als Produktverteilung im Austausch für die Arbeitsproduktion aufrechterhält. Warenaustausch war die dominierende Handelswirtschaft in nicht-monetären Gesellschaften, die sich auf der Ebene der lokalen Einheiten selbst organisierten. Gegenseitigkeit unter den Menschen berücksichtigt respektvolle Beziehungen bei der Schaffung korrekter Arbeitsbedingungen in Bezug auf investierte Arbeit und Produktproduktion. Wie können wir den individuellen und kollektiven sozialen Anarchismus betrachten, wenn wir die von der Natur geschaffenen Gesetze und die von Menschen gemachten Gesetze beachten?
In der Publikation stellt Markovic das Konzept des kollektiven Ausländers als eine der Aktionstaktiken vor. Ausländer entstand eher als ein Modell sozialer Aktivität unter Menschen mit gleichem oder ähnlichem Verständnis von Gesellschaft und Musik als Kommunikationsmittel als durch das übliche Musiker-Band-Format. Ausländer vertritt die Idee eines Kollektivs, basierend auf einer Philosophie des Anarchismus als Mutualismus und dem Prinzip der assoziierten Gemeinschaftsarbeit sowie der Verteilung von Aktivitäten, der Auseinandersetzung mit Machtpositionen und Entscheidungsfindung und dem Austausch von Fähigkeiten, Erfahrungen und Wissen. So findet Ausländers Ausdruck in den Bereichen Musik, Poesie, Theorie, Film, Performance und soziales Engagement. Er wird durch Aktivismus ausgelöst, entstammt unterirdischen Informationskanälen und richtet sich an die Öffentlichkeit.
"Ausländer" wird von österreichischen Nationalisten und rechtsextremen Propagandisten als hinterhältige und vulgäre Bezeichnung für eine Person verwendet, die nicht erwünscht ist und nicht zu dem jeweiligen Land oder der Nation gehört, in der sie sich aufhält. Nach solchen Konnotationen hat das Projekt "Ausländer" Menschen aus der ganzen Welt versammelt, die sich solchen Hassreden entgegenstellen, indem sie die humanistischen Werte des Mutualismus, Libertarismus, der Gleichheit und der sozialen Gerechtigkeit in einer egalitären Gesellschaft unterstützen. Genau aus diesem Grund verwenden wir "Ausländer", ein Wort mit einer negativen Konnotation, und interpretieren es begrifflich, indem wir ihm eine Bedeutung mit einer positiven und kreativen Erklärung geben. Dabei betrachten wir Ausländer als eine semantische Veränderung in der sprachlichen Wiederaneignung (oder Resignation) in persönlicher und gesellschaftspolitischer Selbstermächtigung.
Description (en)
Based on the research work, Marko Markovic considers questions of social behaviors of collectives and individuals, its functionality and non - functionality by relaying to the concept of Mutual Aid. Considering examples of self-organized/ non - governed societies with autonomous methodologies as tactics of survival, solidarity, and self-sustainability. Markovic talks from the personal experience of non-aesthetic artistic presentations then rather social strategies used as an impact on the public space with performance, activism, community-based work, music, and direct action.
Referring to the philosophical directions of the anarchistic school of thought, Markovic emphasizes the meaning of Mutual Aid in social movements from 19 century till today. His research questions are focused on pragmatic solutions and reflections on self-organized societies in the time of the “new reality “. Witnessing and experiencing power position through the history of the civilization as authoritarian creation of class divisions among nations, races, genders incorporated with systematic violence and permanent completion. We think of the new models of social behavior in the service of an egalitarian society. Based on this motion, Markovic considers the concept of mutual aid as collective cooperative behavior among species In extreme life conditions compared with the evolutionary theory of natural selection. In such a theory Peter Kropotkin argues Darwin’s theory of evolution explaining the cooperation and coexistence are the strongest links in the evolution of a species and not the law of “survival of the fittest”.
Darwin’s model of evolution theory was created on fundamentals of economy written by rich white European man, highly positioned in powerful colonial empire. Such worldwide influences historically and systematically were creating civilization based on class, race, nation, gender and privileged - nonprivileged society divisions. On the other hand it is interesting to compare scientific research based on biology and sociology, by Peter Kropotkin who deals with the ethics of cooperation.
Mutual aid talks about the instinct and relationship among species – humans and animals – within extreme natural conditions supporting each other to survive. Even though they come from different “tribes” and different “food chain” positions, they help each other by providing mutual aid in terms of protection, food, and shelter. Putting on the side position of superiority and inferiority as stronger towards the weaker in the food chain. Mutualism is everywhere around us. It is the primary behavior among species in nature. Relationship and bond between two or more parties with mutual benefits in the cooperative system obtaining life period by protecting, caring, feeding, and propagating each other.
Mutualism is a relationship among humans that upholds the idea of mutual understanding between individual and collective parties within models of communal work as a product distribution in exchange for labor production. Exchange of goods was the dominant trading economy in non-monetary societies self-organized on the scale of the local units. Mutualism among people considers respectful relationships in creating correct working conditions in terms of invested labor and product production. Observing nature made laws and man-made laws how can we consider individual and collective social anarchism?
Within publication text, Markovic is presenting the concept of collective Ausländer as one of the action tactics. Ausländer came out much more as a model of social activity among people with the same or similar understanding regarding society and music as a tool of communication than as a result of the usual musician-band format. Ausländer upholds the idea of a collective, based on a philosophy of anarchism as mutualism and the principle of associated communal work as well as the distribution of activities, the examination of power positions and decision making, and the exchange of skills, experience, and knowledge. As such, Ausländer’s expression comes in the fields of music, poetry, theory, film, performance, and social engagement. It is triggered by activism, derived from underground information channels, and directed towards the public.
“Ausländer” (a stranger, a sojourner) is used by Austrian nationalists and far-right propagandists as a deceitful and vulgar term for a person who is not desirable and does not belong to the particular country or nation in which she or he is residing. According to such connotations, Ausländer’s project has gathered up people from all over the world who confront such hate speech by supporting the humanistic values of mutualism, libertarianism, equality, and social justice in an egalitarian society. That is exactly why we use “Ausländer,” a word with a negative connotation, and interpret it conceptually, giving it a meaning with a positive and creative explanation. By doing so, we consider Ausländer as a semantic change in linguistic reappropriation (or resignification) in personal and socio-political self-empowerment.
AC-Number
Adviser
BerndKräftner
Author of the digital object
MarkoMarković
Licence Selected
Type of publication
other
Date of approbation period
2021-01-20
Additional allocation
Schriftlicher Teil der künstlerischen Abschlussarbeit
Pages or Volume
79
- DetailsUploaderResource typeText (PDF)Created31.01.2021 13:41:14 UTCLast modified30.01.2024 11:26:01 UTC
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